Schaffende Zeit 1915 - 1925

1919

Der armamputierte Kaufmann Ernst Huber gründet mit Waldemar Flaig die 'Kunstgewerblichen Werkstätten Huber-Flaig' in Villingen, Mönchweilerstrasse 2.

1920

Waldemar Flaig schied aus dem Unternehmen aus, das unter dem Namen 'Huber-Roethe' weitergefuehrt wurde. Er liess sich als freischaffender Kunstmaler in Meersburg am Bodensee nieder, wo er im Alten Schloss eine Wohnung bezog.

Das Jahr 1920 brachte ihm viel künstlerischen und wirtschaftlichen Erfolg. Er beschickte Ausstellungen in Wiesbaden, Mannheim, Friedrichshafen und Konstanz. An den beiden zuletzt genannten Orten gab es je eine Grafik-und eine Gemälde-Exposition. Insgesamt wurden mindestens 23 Bilder verkauft.

1920

Die Jahre 1920-24 brachten einen Höhepunkt in den grafischen Arbeiten. So entstanden z.B. die Serie 'Sechs Lithografien vom Bodensee', zahlreiche Holz- und Linolschnitte mit verschiedenen Motiven, die Illustrationen zu 'Reiseschatten' von J.Kerner, Illustrationen zu Erzählungen von E.T.A. Hoffmann und Grimms Märchen. Von den beiden letzten Themen sind nur noch Skizzen erhalten.

Am 20. Juni 1920 heiratete Waldemar Flaig Fräulein Maria Thoma aus Villingen, Obere Strasse 35, Tochter des Kaufmanns Albert Thoma und dessen Frau Maria geb. Fallet, verstorben 1904. Das Anwesen Obere Strasse 35 war ursprünglich Besitz der Familie Fallet gewesen. Albert Thoma hatte die einzige Tochter geheiratet.

 

 

1921

Waldemar Flaig nahm an einer grossen Ausstellung in Konstanz im Wessenberghaus teil.

Im Oktober 1921 Veröffentlichungen der Zeichnungen zu Don Quichote in Villingen. Zu diesem Thema folgten später noch 12 Aquarelle, die aber leider verschollen sind, und 2 Ölgemälde.

Im Dezember fand noch eine Austellung in Baden-Baden statt.

1922

Im Jahr 1922 erkrankte er sehr schwer an einer Angina und konnte sich nur langsam erholen. Danach entstand das 'Selbstbildnis 1922', natürlich rauchend.

1923

Erste, erfolgreiche Ausstellung in Berlin im Kunsthaus Gurlitt. Sie kam durch die Vermittlung von Max Osborn, Redakteur der "Vossischen Zeitung" zustande.

Im Mai Ausstellung in Villingen von Gemälden von Richard Ackermann und Waldemar Flaig.

Später noch Teilnahme an der Kunstvereinsausstellung in Konstanz und an einer Exposition im Kunsthaus Schaller in Stuttgart.

Dass Waldemar Flaig in seiner Wahlheimat nicht nur arbeitete um "draussen in der Welt" Erfolge zu erringen, sondern auch dort Fuss gefasst hatte, zeigt der Auftrag der Stadtverwaltung Friedrichshafen, "Städtisches (Inflations-) Notgeld" zu entwerfen. Der Entwurf wurde auch ausgeführt. Überhaupt erfreute sich Waldemar Flaig sehr grosser Beliebtheit am Bodensee. Es wurde Rückblickend gesagt:"Waldemar Flaig ist nicht nur beliebt gewesen, er wurde geliebt am See."

Am 24. Oktober wurde das erste Kind Waldemar Flaig's geboren, der Sohn Hubert, später gefallen am 21.9.1943 in Russland. Die grosse Freude des Vaters über dieses Ereignis zeigen mehrere Bilder dazu, darunter "Mutter und Kind".

1924

Im Februar starb die Mutter, Frau Wilhelmine Säger, in Villingen. Der Sohn trauerte tief um diesen Verlust, denn es verband ihn grosse, gegenseitige Zuneigung mit ihr. In dieser Zeit entstand auch ein schwermütiges Gemälde "Tod der Mutter".

Im Winter 1924 fand eine Ausstellung in Baden-Baden statt.

1925

Nach der Inflation traten für den Kunstmaler erstmals ernstere, wirtschafliche Schwierigkeiten auf. Es mangelte nicht an Interessenten für seine Bilder, aber an zahlungskräftigen Käufern.

Für ihn, einen Menschen von gressem Fleiss, bedeutet dies: Die Anstrengungen verdoppeln!

Er verbrachte nun mit der Familie die Winter in Grossstädten, die ihm abgesehen von Ausstellungen mit grösserer Breitenwirkung, auch andere künstlerische Aufträge bieten konnten.

Im Winter 1924/25 hatte sich dies in Düsseldorf als richtig erwiesen. Er lernte dort den Maler Gert Wollheim und die Tänzerin Tatjana Barbakoff kennen und traf den ihm schon bekannten Otto Dix wieder.

Im Frühjahr 1925 hatte im Kunstverein Ulm eine Ausstellung von Gemälden und Aquarellen von Waldemar Flaig stattgefunden.

Künstlerisch befasst sich Flaig in dieser Zeit mit religiösen Themen und Bodenseelandschaften. Seine Darstellung der Seelandschaft, die als 'lieblich' und 'idyllisch' galt, erschien manchen anfangs etwas zu herb.

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